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Musiktheater im World New Music Festival

Stuttgart ist eine Stadt des neuen Musiktheaters. Auch im ISCM World New Music Festival spielt dieses eine gewichtige Rolle.


 


Fotos: MdJ

Ein Höhepunkt wird am 16. und 17. Juli die deutsche Erstaufführung von Julio Estradas erster Oper Murmullos del páramo in Stuttgart sein. Das Musiktheater spürt die Ur-Befindlichkeiten der lateinamerikanischen Menschen auf, die Spannung zwischen der indigenen Kultur und der spanischen Einwandererkultur und die Mythen, die daraus erwachsen. Julio Estrada beschwört mit suggestiven Klängen Situationen herauf, die zwischen Irrealität und Realität, der Imagination von Erinnerung und der Gegenwart schweben.

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Fotos: Roberto Bulgrin

Am 19. Juli kommt auf dem Gelände des Klett-Verlags Stuttgart ein singuläres Werk über Migration, kulturelle Identität und Humanismus in der globalisierten Welt des iranischen Regisseurs Hamed Taheri und des israelisch-schwedischen Komponisten Dror Feiler mit dem Titel Avenir! Avenir! zur Uraufführung. Es besteht aus 30 Musiktheater-Fragmenten. Jeder Besucher des Stücks wählt sich daraus eines aus, das ihm als einzigem Zuschauer präsentiert wird.

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Foto: Paolo Pachini

Das Forum Neues Musiktheater präsentiert am 15. Juli die deutsche Erstaufführung von Fausto Romitellis Video-Oper An Index of Metals. Das Stück zielt mit der Verschmelzung von Klang und Licht darauf, vom Körper Besitz zu ergreifen – ein zeitgenössisches Pendant zu den Rave-Partys.

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Foto: Shabbi Nuncar

1 Komponist, 2 Künstler für die szenische Realisierung, 3 Musiker – das ist die Ausgangsposition für die NewMediaPocketOpera, die im Rahmen des Festivals im Forum Neues Musiktheater Stuttgart aufgeführt werden. Der personellen Beschränkung entspricht die Reduktion des technischen Aufwands: Zwei Laptops und ein überschaubares Sound- und Videoequipment aus acht Lautsprechern, zwei Beamern und einer Kamera sind alles, was zur Verfügung steht.

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Foto: Ricordi

Um Verweigerung, Liebe und Tod dreht sich die erste abendfüllende Oper Mondschatten von Younghi Pagh-Paan. Die Verbindung von europäischer und fernöstlicher Kultur, die zum Wesen ihrer Musik gehört, kommt auch im Libretto zum Ausdruck. Es verbindet Sophokles’ Tragödie „Ödipus auf Kolonos“ mit Versen von Byung-Chul Han und beschreibt das Ende des früheren Herrschers von Theben, der nach seinen Irrfahrten im Hain der Erinyen seinen inneren Frieden findet, bevor er zu den Göttern abberufen wird.

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